Herzlichen Glückwunsch, Mama B! Jetzt bist du ein Jahr alt. Und 5 Tage.

An dieser Stelle werde ich mich jetzt gepflegt abfeiern!

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Ich habe überlebt…

… die Geburt.

… zwölf Monate mit für mich völlig undenkbaren, weniger als vier Stunden Schlaf am Stück.

Ich habe gelernt …

… über Ausdauer.
Wenn man sein geliebtes Baby von Beginn an Stunden über Stunden trägt, wachsen die Muskeln mit ihren Aufgaben und auch stolze 10 Kilo sind noch tragbar. Stillen ist mitunter der Inbegriff von Ausdauer, wenn abendliche Stillstunden und nächtliches Dauernuckeln das Kind glücklich machen. Stoffwindeln laufen ab und an aus, bis man es raushat. Der Sohn liebt es auch nach dem gefühlt 394sten Mal „ich möchte nicht, dass du an den Benjamini gehst“, kräftig an selbigem zu rütteln und ihn seiner Blätter zu entledigen. Und ich werde nicht müde, wieder und wieder und wieder und wieder zu sagen, was ich möchte und was nicht.

… über Geduld.
Bis das Körpergewicht des Minis wieder auf Geburtsgewicht stieg, hieß es Füße stillhalten und weiterstillen. Wenn ich JETZT und DRINGEND aus für mich völlig einleuchtenden Gründen dem Haus will, Sohnemann nun aber nicht ins Tuch und schon gar nicht in den Wagen möchte, dann atme ich tief durch und versuche es später nochmal. Wenn Wickeln mal wieder des Teufels Weihwasser ist, dann bleibt der Bub eben nackig, wird im Stehen gewickelt oder auch während des Krabbelns durch die halbe Wohnung.

… über unnötigen Anspruch an meine Qualitäten als Superfrau und Supermama.
Das Beste ist grad gut genug? Gut genug ist das Beste! Nahezu alles ist halb so ernst, halb so schimm und halb so wichtig. Weitere Ausführungen decken sich zu 100% mit „über meine Bedürfnisse“ und „über meine Grenzen“.

… über meine Bedürfnisse.
Ich bin … ich. Ich hatte ein 33 Jahre langes Leben vor Kindes Geburt. Und ich bin eine deutlich bessere Mama, wenn es mir gut geht, als wenn ich auf dem Zahnfleisch daherkomme. Deswegen brauche ich meine Bandproben, meine Basteleinheiten, ausgiebige Kaffeekränzchen (auch mal ohne Lütten), Zeit zum Lesen und zum Schreiben. Und vor allem eines: Die so vermissten, rar gewordenen, wertvollen, wenigen (mittlerweile Morgen-) Stunden ganz allein im Bett schlafend.

… und über meine Grenzen.
Ich kann es nicht leiden, wenn man mir akribisch Haare ausreißt. Radikale Erschöpfung macht mich zu einem Zündfunken, ich werde schnell grantig und bin nah am Wasser gebaut. Manchmal kann und will ich einfach nicht akzeptieren, dass die Dinge eben so sind, wie sie sind, manchmal bin ich eben ungeduldig und Ausdauer am Arsch *wild mit dem Fuß aufstampf*

… über so etwas wie Gottvertrauen.
Die unsägliche Kraft eines Lächelns, einer Umarmung, einmal kräftig Ausheulens und es geht irgendwie wieder weiter – immer. Der Bub ist ein Jahr, fetzt krabbelnd durch die Wohnung zieht sich hoch und klettert. Er fährt mit in öffentlichen Verkehrsmitteln, isst Sand und schnullt Spielzeuge ab, die schon zig andere Kinder vor ihm in der Kur hatten. Wir leben noch und wir gedenken, es weiterhin zu tun. Gesund und munter.

Ich habe einen wundervollen, gesunden Sohn. Er hat sich prima entwickelt, wächst und gedeiht, lernt und freut sich des Lebens… Zumindest meistens.
Er ist sensibel und aufmerksam, mutig, herzlich und fröhlich, temperamentvoll und wild, frech, neugierig und schlau, er ist kräftig und verfügt über eine gesunde Portion Vorsicht.

Meine Beziehung zu meinem herzallerliebsten Ehemann ist erprobt stressresistent, achtsam geblieben, liebevoll, respektvoll und unterstützend wie eh und je. Mein Mann ist ein fürsorglicher Partner, ein liebevoller Vater und ein mutiger Mensch, der mir unglaublich viel Halt gegeben hat und ohne den ich mitunter im letzten Jahr schlichtweg verhungert und verdurstet wäre – physisch wie psychisch.

Ich war überfordert und überglücklich.

Ich habe geheult: vor Freude, vor Erschöpfung, vor Glück und vor Angst. Überwältigt von so viel Wunder und so viel Größe.

Ich habe an mir gezweifelt, weitergemacht und bin über mich hinausgewachsen.

Und ich verspreche hochherrschaftlich: ich werde wieder zweifeln, werde wieder weitermachen und werde weiter über mich hinauswachsen – und wenn das so zugeht, bis ich das Universum mit meiner ganzen, unfassbaren, wahren Größe sprenge.

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