Der Lerntum-Hack (Learning Tower)

Es ist Donnerstag, es hat 37 Grad Außentemperatur und mein mir Angetrauter hat Urlaub.

Was macht man als junge Familie an einem solch sonnigen Nachmittag mit dem unter einjährigen Lütten?
Richtig: Man geht zu vollklimatisiert Ikea und kauft sich den Lernturm-Bausatz.

Dass man mit dem Ikea-Besuch an einem solchen Tag absolut richtig entschieden hat, merkt man an fünf Dingen:

  1. Es gibt Parkplätze auf dem ersten Parkdeck zu Hauf
  2. Wir parken nahezu direkt vor dem Aufzug zum Eingang
  3. Im Laden ist so wenig los, dass es einem vorkommt, als würden die regelmäßigen Durchsagen einen direkt in einer unmöglichen Lautstärke anschreien
  4. Wir treffen auf Freunde, die an diesem hitzigen Tag die vollklimatisierte Ikea-Luft nutzen, für die Große ihrer beiden herzigen Töchter ein Elfenbett erstehen
  5. Zwischen dem betreten der Halle, um seine Siebensachen zusammenzufinden und dem Verlassen des Ladens stehen gerade mal 5 Minuten – und das nicht, weil einem auf den letzten Metern das Neonlicht und die ladentypische Atmosphäre endgültig den letzten Nerv rauben und man einfach hinschmeißt, statt wild auf dem Touchscreen des allzu sensiblen Informationssystems herumzudreschen, um vielleicht doch noch das Regal mit dem Ding zu finden, das man vergessen hat, unterwegs aufzuschreiben…
    Nein, heute ist alles beieinander und bezahlt, als wir aus dem Laden gehen. 5 Minuten! 5! In Worten: „fünf“. Erstaunlich wenig los. Wirklich.

Zurück zum Lernturm-Bausatz.

Der Lernturm ist der ritterlich heldische Ausguck für neugierige Zwergnasen, die so insbesondere in der Küche auf Augenhöhe absolut gar nichts mehr zu verpassen müssen und sogar mithelfen können.

Im Falle unseres Jungen, der kurz vor dem vollendeten ersten Lebensjahr steht, sieht Mithilfe derzeit so aus, dass er freudig und energisch mit Kochlöffel und Schneebesen die Spüle verkloppt und Avokadokerne aus selbiger fischt. Erste Schritte auf dem Weg zum Meisterkoch.

Je nachdem, wie viel Geld man gerade ausgeben möchte, kann man diese Lerntürme auch fertig erstehen. Wir allerdings haben uns für`s Selbermachen entschieden. Was mitunter nicht deutlich billiger kommt, denn man muss dafür erst einmal durch IKEA.

Wir haben jetzt einen Tritt, Mulltücher, Kopf-an-Ecken-Stoßschutz-Hände, ein Krokodil, das sein Amt als Ausrutsch-Schutz in der Badewanne aufgenommen hat und neue Bettwäsche.

Und natürlich die beiden essentiellen Teile für den Lernturm:

  • Bekväm, der Tritthocker und
  • Oddvar, der ordinäre Hocker

Und so funktioniert der Turmbau zu Lern:

  1. Man baue Bekväm ordnungsgemäß nach Anleitung zusammen.
  2. Jetzt kommt Oddvar dran.
    Oddvar kommt Siebenteilig daher, ein Teil bleibt übrig. Don`t Panic, das ist so vorgesehen.Die zwei „Beinteile“, die bereits mit je zwei Streben miteinander verbunden sind und auf welche die Platte montiert wird, werden zuerst verbaut (Bild 1, grün).Diese zwei Teile werden an zwei Seiten regulär mit zwei der Seitenstreben verbunden (Bild 1, orange).Darunter wird nur noch eine Strebe verbaut (Bild 1, rot).

    Und jetzt der letzte Kniff: Die Platte wird mit jedem Bein nicht oben, sondern unten verschraubt (Bild 1 und Bild 4, blau).

  3. Man schraube den modifizierten Oddvar mit der Platte auf den oberen Tritt von Bekväm (Bild 4, gelb)
  4. Fertig
  5. Jetzt kann das gute Stück noch nach Herzenslust lackiert werden

Lernturm Anleitung

Spezial-Tipp vom Erbauer:
Es ist sinnvoll, die Löcher sowohl für das Verschrauben der Platte mit den Beinen als auch für das Befestigen von Oddvar auf Bekväm vorzubohren.

Mit rabaukovinischer Erfahrung können wir an dieser Stelle noch nicht dienen. Noch sind dem Lütten die Stufen zu hoch, den Turm selbständig zu erklimmen (geschweige denn, den Rückweg unbeschadet anzutreten).

Rein gestellt werden und Spaß haben funktioniert auf jeden Fall schon mal hervorragend.

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21 Kommentare zu “Der Lerntum-Hack (Learning Tower)

  1. Danke für die Anleitung bzw. den Tipp mit den beiden IKEA Bausätzen. Kleine Anmerkung von mir: ich habe beim Tritthocker die obere Platte nicht angeschraubt, sondern den Hocker direkt auf das Gestell vom Tritthocker geschraubt. Klappt auch 🙂

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  2. Hallo,

    erst einmal vielen Dank für die Bauanleitung! Habt ihr denn inzwischen Erfahrungswerte sammeln können? Auf Bild 3 sieht die Konstruktion (durch den Überstand des oberen Hockers) etwas kippelig aus, wie sieht es mit der Sicherheit aus?

    Danke und viele Grüße
    Anni

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    • Liebe Anni,

      unser Lernturm ist tatsächlich in der Zwischenzeit erprobt, da er seit gut sechs Monaten im Einsatz ist und unser Sohn es heiß und innig liebt, in der Küche mittendrin und auf Arbeitshöhe dabei sein zu können.

      Ich hatte anfangs auch Bedenken und habe deshalb meist so nah am Turm gestanden, dass ich einen Fuß auf die untere Strebe setzen konnte.
      Mittlerweile kraxelt der Bub nun auch freiweg auf Stühle und ich kann sagen: Ob mit dem Lernturm oder dem Stuhl gekippelt… das bleibt sich gleich unsicher.

      Ich würde dennoch empfehlen, den Lernturm immer direkt an die Arbeitsfläche zu stellen, sodass nach vorne kippeln gar nicht erst geht.
      Oder ihr entschließt euch für eine Variante, die vorsieht, auf den Hocker einen umgedrehten Stuhl zu montieren. Das gäbe auch mehr Stabilität.

      Unser Fazit mit wildem und kletterfreudigem Rabaukenkind: Mit dem Lernturm ist ihm bisher nix passiert.

      Herzlichen Gruß
      Barbara

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      • Hallo! Vielen Dank wir haben es gerade gebaut und sieht super aus. Nun kommt es mir etwas schmal vor – kann das sein? wie alt ist dein kind? Wir haben das leider jetzt erst mit 11 Monaten gebaut… Er steht schon gerne drin, nun rein klettern will er noch nicht. Hat es gedauert bis dein kind das gelernt hat? Unser ist ein ziemlicher sportlicher, und hat sonst keine Angst.

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      • Der Turm ist auch recht schmal, aber das macht nichts: Dafür steht er sicher drin.
        Als wir den Turm gebaut haben, war unser Bub auch 11 Monate alt. Er hat recht lang gebraucht, bis er von alleine reingeklettert ist. Rauf auf die Couch und wieder runter war zu dem Zeitpunkt kein Problem. Auch Treppen runter nicht. Für den Turm hat er einfach länger gebraucht. Ich weiß nicht mehr ab wann, aber er nutzt den Turm heute souverän und steigt ein und aus, wie er gerade lustig ist. Und er passt auch mit seinen 18 Monaten noch gut rein – also keine Sorge wegen zu eng 😉

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  3. Pingback: Lernturm - Ein IKEA Eigenbau - Thermosphäre

  4. Pingback: Der Lernturm zum Kaufen oder Selberbauen | Mamaclever

  5. Das ist wirklich eine super Idee gewesen!!!
    Wir haben den Turm nachgebaut.
    Mein Sohn (13 Monate) hat sogar versucht, mir beim Zusammenbau zu helfen. Es war super!!!

    Und nun liebt er seinen Turm, klettert hoch und runter, beobachtet alles von da oben und „hilft“ beim Kochen.

    Ganz ganz herzlich!!!

    Vielen lieben Dank für diese tolle Idee und die Anleitung!

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    • Hallo Anne,

      unser Bub ist jetzt auch 18 Monate und von der Größe her ähnlich. Der Turm ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Er kommt mittlerweile auch beim Wäsche aufhängen zum Einsatz.
      Kein Ende in Sicht 😉

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  6. Ich habe den Turm ebenfalls nachgebaut. Danke für die Anleitung.

    Mein Tipp:
    Erst Odvar bauen, umdrehen, dann die Platte von Bekväm anschrauben (vorbohren!) und dann Bekväm dranbasteln (danach wieder umdrehen*g*). 🙂
    Der schöne Vorteil: alle Schrauben sind dann von unten geschraubt, nicht zu sehen und man kann nicht hängen bleiben. 🙂

    Die übrig gebliebene Strebe haben wir ab der Kopfseite als Schutz vor dem Rausrutschen noch eingebaut. Rechts und links noch zwei extra Kanthölzer auf derselben Höhe.

    Vielen Dank, das hat Spaß gemacht! 🙂

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  7. hey sorry for die säte reaction! also bei uns klappt das alles mit hoch klettern, runter kann er noch nicht, es ist aber so oder so eine große Erleichterung dass wir mehr oder weniger in Augenhöhe sein können in der Küche. danke!!

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    • Hallo Panda,
      mir ist das noch nicht untergekommen. Kann mir aber vorstellen, dass das tatsächlich zu viel Raum einnimmt. Es gibt eine DIY-Version, die oben einen umgedrehten Stuhl drauf montieren, sodass die Lehne zusätzlich Halt gibt. Auch die Version ist natürlich tiefer als die mit dem Hocker.
      Aus meiner Erfahrung: Unsere Version ist nie gekippt und das Kletterkind sitzt mittlerweile gerne auch mal ganz oben drauf. Anlehnen an die Arbeitsplatte ist halt wichtig.
      LG
      Barbara

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