Ahhhhh! Ich sehe Gespenster!

ghost-35852_1280 Kopie

… ich präzisiere: Ich sehe Gespinster. Hirn-Gespinster. Und sie sind real!

Wenn ich mich mal ganz ehrlich frage, warum ich dazu neige, auf Biegen und Brechen durchzuhalten, dann schlottern mir die Knie vor einem wirklich verschlagenen, furchteinflößenden, überlebensgroßen Gespinst mit der ausgeprägten Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, nur um an überraschender Stelle urplötzlich aufzutauchen und „BUH!“ zu rufen, sodass ich nur noch in die Knie gehen kann.

Hallo liebe Leser. Mein Name ist Barbara und ich habe Angst.

Und mein persönliches Angst-Tier trägt den eingängigen Namen: Nicht gut genug.
Nicht gut genug tritt häufig im Rudel auf mit der großen Erwartung, mit dem drohenden Versagen und Verlieren, dem nagenden Zweifel und dem oberflächlichen Alles im Griff.

Eine räudige, johlende Bande wenig freundlicher und hungriger Biester auf Jagd nach dem schwachen Moment der Nachgiebigkeit.

Jetzt kenne ich die Bande ja nun schon eine Weile. Mit wachsender Lebenszeit nimmt die Unlust zu, besagtem Moment der Nachgiebigkeit nachzugeben.

Oke, ehrlich: Meist überkommt es mich dann doch wieder so schleichend überraschend, dass ich schon auf dem besten Weg zum trüben See im bewölkten Jammertal bin und mindestens den großen Fußzeh darin bade.

Es macht auch wenig Sinn, das Nicht gut genug-Rudel jetzt einfach vor die Leugnen-Mauer laufen zu lassen, auf der ein dicker Smiley mit einer „Ist doch alles in bester Ordnung, was seid ihr den für possierliche Tierchen“ in einer weißen Sprechblase daherkommt.

Angst ist ja auch zu etwas gut. Jeder hat die eine oder andere, mehr oder weniger, große oder kleine. Ich unterstelle, dass der, welcher keine Angst hat, auch nichts hat, das ihm wirklich wichtig ist, nichts, an das er glaubt.

Woran – im Umkehrschluss – glaube ich, was ist mir wirklich wichtig?

Ich persönlich ringe darum, ein guter Mensch zu sein und ein erfülltes Leben zu leben. Ich ringe um Authentizität und Integrität.

Manchmal einfach ein bisschen zu sehr. Und dann laufe ich geradewegs in die Falle und mache es allen anderen Recht statt mir selbst. Und das hat dann nur noch wenig mit gut, authentisch und integer zu tun und eher fühlt das Leben sich dann leer an und ich steck mittendrin fest.

Absurd eigentlich.

Aber die Welt besteht aus diesen wundervollen Absurditäten und manchmal fühlt es sich so an, als wäre es gerade die Spannung von Satz und Gegensatz, die den Halt verspricht. Irgendwo von Hin zu Her schaukelt das Gleichgewicht.

Don`t Panic. Auch wenn der Reiseführer auf den ersten Blick irrsinnig komplex aussieht.

Also schwinge ich mir mein Handtuch über die Schulter und trete den Ausweg aus dem Jammertal an. So bald es mir möglich ist, sprich: Sobald ich mehr Lust habe, es mir gut gehen zu lassen, als mich schäbig zu fühlen.

Am Ende spielt es überhaupt gar keine Rolle, ob und wie oft ich mich im Dickicht oder auf gerader Strecke auf die Fresse lege. Es kommt ganz allein darauf an, wie schnell ich meine Nase aus dem Staub ziehe, aufstehe, mir denselbigen von den Klamotten klopfe und weitergehe.

*BU-HA*

Jetzt ist gut. Genug.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Angst, sein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s