Eine Mail an den GKV-SV – weil mir gerade der Kragen platzt

Sehr geehrte Damen und Herren!

Just im Moment weiß ich nicht, ob ich empört sein soll wegen der Ignoranz, die mir von Ihrem Verband ins Gesicht weht und mir schier die Atemluft raubt oder ob ich zutiefst betrübt sein soll ob der offenbaren Unwissenheit oder dem ganz und gar mangelndem Einfühlungsvermögen Ihrerseits.

Ich bedaure Ihre Meinung und Ihre jüngsten Entscheidungen und Vorhaben für die Hebammen Deutschlands sehr.
Und ich komme nicht umhin, mich immer und immer wieder zu fragen, ob die Menschen, die in Ihrem Verband Entscheidungsgrundlagen vorbereiten und Entscheidungen treffen nur kurzsichtig, unwissend und gefühllos sind oder ganz und gar korrupt – verstrickt in ein System, das uns Menschen schon von Geburt an als planbar und funktionsfähig sehen wollen, denn dann sind und bleiben wir berechenbar.

Es gibt Studien da draußen, die deutlich belegen, dass die Sterblichkeitsrate von Säuglingen und Müttern im Krankenhausumfeld deutlich höher ist als in einem Umfeld, in dem Vertrautheit und Ruhe die Atmosphäre ausmachen (ich empfehle das Buch „Geburt und Stillen“ von Michel Odent zu Beginn).

Gerade Vertrautheit und Ruhe vermittelt eine Hebamme, die einen im Idealfall schon während der Voruntersuchungen und Vorbereitungen begleitet, die Geburt über anwesend ist und schließlich die Nachsorge übernimmt. Kaum ein größeres Geschenk als meine Hebamme, die genau das alles tat, könnte ich mir wünschen.
Persönlich, erfahren, selbständig und eigenverantwortlich Hand in Hand mit meinem Frauenarzt konnte sie tätig sein und war mir die beste Unterstützung an meiner Seite.

Sie gefährden Menschenleben mit Ihren derzeitigen Entscheidungen.
Sie verursachen Stress bei werdenden Müttern, die Halt und Zuwendung vor allen Dingen brauchen – was gepaart mit der nötigen Fachkenntnis – nur eine Hebamme leisten kann.
Sie entfremden von der natürlichen Geburt und entmündigen damit werdende Mütter, rauben ihnen Ihre Selbstwirksamkeit und zerstören mitunter eine friedliche, von vornherein gelungene Mutter-Kind-Bindung.

Seien Sie sich dessen einfach bewusst, wenn Sie weiter einen angesehenen und gebrauchten Berufsstand derart in die Enge treiben, dass er aufgeben muss, weil Sie es ihm unmöglich machen, zu überleben.

Ach, und sehen Sie sich vielleicht auch einfach mal die Relationen von Hausgeburten und Mortilitätsraten genauer an. Ich empfehle als Vergleich zum Beispiel Holland.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Sennert

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