Mal was ohne Kind

Ironie: Die Überschrift kaum ausgeschrieben, es meldet sich das Kind.

Auf was für eine subtile Art das Leben doch zu zeigen vermag, dass eben dieses, wie es ohne Kind einmal war, schlicht und einfach ergreifend vorbei ist.
Genauso wie es das ledige Leben ist und das ohne Schulabschluss, genauso wie das Leben gestern.
Vorbei.

Worum es mir bei der einleitenden Überschrift aber eigentlich geht ist nicht genau das Leben ante filius. Vielmehr habe ich mir zuletzt, mitten im wüsten Durcheinander in mir drin, wie gerne in Durcheinander-Lebensphasen, die schon mal vorkamen zuvor, vermehrt ein paar Fragen gestellt:
Wie geht es mir eigentlich?
Was mach ich gern, was macht mir Freude?
Was sind so die Werte, die ich vertrete und vermitteln will?
Wo genau sind meine Grenzen?
Und wie bitte bekomme ich die kommuniziert und respektiert?

Da steht sie jetzt, die Lady, hinter der Mama-Fassade voller Vorstellungen und Erwartungen, und ringt um ihr Selbst.
Da steht sie und fragt sich, wo genau eigentlich ihr Frohsinn und ihre Zuversicht geblieben sind. Sind die durchgebrannt mit dem Schlaf?

In der täglich pi mal Daumen 24-stündigen Konfrontation mit einem Wesen, das kein gestern und kein morgen kennt und unmittelbar gänzlich unschuldig die Welt, sich selbst und das ganze Spektrum an Gefühlen entdeckt und erlebt, sind die Tage gesäumt von schier endlosen Momenten, in denen totale Integrität gefordert ist.

Aufgesetzt funktioniert nicht. Autoritär (für mich) schon gar nicht.
Authentizität ist die Kunst der Stunde.
Die totale Übereinstimmung vom so-sagen und so-meinen, die Einheit von Wunsch und Äußerung in Mimik, Gestik, Tonfall und Gefühl zu transportieren…

… wäre sinnvoll, sich seiner bewusst zu sein derweil.
… einfach sein.
… hier und jetzt.

Was mein Kind von mir fordert, ist konsequent ich-sein, echt sein, sein.

Wer bin ich und was treibt mich an? Wo sind meine Grenzen?
Und wie vermittle ich das?
Bewusst? Immer? Mit nichten!
Fehler machen? Erlaubt.
Vertuschen und nicht eingestehen? Nicht.

Meine Verantwortung:
Mein Kind sehen hinter all den so-und-so Regeln, „sollte“ und „müsste“ dieser Welt und auf mein Herz hören.

… und mal was ohne Kind:
Mich sehen hinter all den so-und-so Regeln, „sollte“ und „müsste“ dieser Welt und auf mein Herz hören.

Könnte sein, ich lerne noch was mit meinem Lütten. Zwar bin ich schon groß, aber zum Wachsen gibt`s noch hinreichend Spielraum.

Und wo vor dem Zeitalter „Familie Sennert“ nicht-einlassen oder davonlaufen immer gute Optionen waren, Konflikten und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, sind sie es heute nicht mehr. Es gibt kein zurück.

Aber es gibt mich. Mittendrin.
Lass einfach mal für einen Moment alles sein und geh spielen, Lady.

Notiz an mich:
ERINNERE DICH!
ATME!

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2 Kommentare zu “Mal was ohne Kind

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