Einmal Kopf waschen bitte! – Resumé zu10 Monate Mama sein

Ein Zwiegespräch von mir zu mir.

Zehn Monate mit Etappenschlaf in zweistündigen Abständen fordern ihren Tribut.

Jetzt ist es amtlich: Hier ist meine Grenze erreicht.
Ich bin so furchtbar erschöpft. Ich will nur noch schlafen. Und meine Ruhe.
Zwei Tage bin ich zu ganz und gar nichts zu gebrauchen. Ich kann nur daliegen, schlafen, heulen und stillen.

Ich bin so ausgezehrt.
Ich bin sogar zu schwach, meine wohlverstauten Trigger hinter verschlossenen Türen zu halten.

Plopp. Bloub. Pop. Blä.

Ich bin immer für dich da.
Ich halte durch. Koste es, was es wolle.
Das schaffe ich schon. Alleine. Das mache ich nur mit mir aus. Ich brauche keine Hilfe.
Ich versuche es immer und immer allen Recht zu machen. Allen anderen. Mein Sohn soll ein glückliches Kind sein und keinen Grund zum Weinen haben und mein Mann hat mit seinem Job und der Familie am Feierabend schon genug zu tun. Da brauche ich jetzt nicht auch noch daher kommen. Er braucht auch mal seine Ruhe.

Ein Thema nach dem anderen kommt munter an die Oberfläche und bittet um Aufmerksamkeit. Bittet?! Nein, es schreit mir direkt ins Gesicht: Check das!

Es reicht.
Hör auf, es weiter schön zu schwätzen. Noch ein Schritt und du bist für niemanden mehr da und die einzige, die du verlierst, bist du selbst.
Du hast mal wieder auf deine eigenen Kosten durchgehalten und schön die Klappe gehalten.
Du musst reden! Bitte um Hilfe, verdammt!
Mach es dir Recht. Dir zuerst.
Dein Kind ist glücklich, wenn du glücklich bist.
Und dein Kind wird auch weinen, wenn du alles erdenkliche in deiner Macht stehende tust, den Rahmen für ein glückliches und zufriedenes Dasein zu schaffen. Dein Kind ist nämlich ein temperamentvolles Kerlchen mit starkem Willen und haufenweise unkontrollierten Emotionen. Weil es so ist. Und so ist es gut. Da kannst du eben manchmal nur da sein. Nichts tun, nur sein und lassen. Das ist es, was ihm ermöglicht, zu lernen. Trau ihm. Und trau ihm zu.
Und dein Mann, du Glückskind, der liebt dich. Und der unterstützt dich, wo er nur kann. Aber du musst einfach auch mal darum bitten. Er ist zwar unglaublich empathisch, aber Gedankenleser ist er nicht. Und du bist verdammt geübt im Gesicht wahren, das weißt du ganz genau. Die Grat von „Ist schon ok“ zu „ICH BIN AM ENDE“ ist ein schmaler.

Konsequenz ist, nicht nur deinem Kind (und deinem Mann) die Bedürfnisse zu erfüllen, sondern genau gleichermaßen dich um deine eigenen zu kümmern.

Und da sitze ich heute – noch nicht über den Berg, ganz ehrlich – und stelle fest:
Mein ganzer Kladderadatsch von blutsaugenden Glaubenssätzen steht spalier und will gepfählt werden.

Pack das Silber aus, Mädchen, und lass laufen Madame „Ich hab alles im Griff“.
Du bist Mutter, und als solche hast du nicht perfekt zu sein.
Kein Kind der Welt kauft dir das ab.

Sei einfach da. Und sei ehrlich. Sei auch mal schwach. Sei mutig und bitte um Hilfe, dort wo du sie brauchst. Mache Fehler und gestehe sie ein. Lerne!

Und da sitze ich heute und tätschel mir den Kopf und sag mit sanfter Stimme zu mir selbst:
„Ist schon ok. Manchmal muss man einfach mal weinen und wüten. Ich bin für dich da.“

In Liebe
Von mir zu mir

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